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 Betreff des Beitrags: Einleitung für die ganz Ahnungslosen
BeitragVerfasst: Fr 4. Dez 2009, 01:39 
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Registriert: So 9. Aug 2009, 17:14
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Was ist ein Rollenspiel?

Ein Rollenspiel ist eine Geschichte, die ihren Verlauf in einer ausgedachten Fantasie-Welt nimmt und deren Handlung von verschiedenen Charakteren bestimmt wird. Diese Charaktere werden von den Rollenspielern gelenkt ("die Spieler schlüpfen in Gedanken in die Rolle ihres Charakters").

Oft wird ein Rollenspiel von einem Spielleiter geleitet, der einerseits darauf achtet, dass gegebene Spiel- und Hausregeln eingehalten werden. Andererseits aber auch die gespielten Geschichten vorbereitet und in deren Verlauf Ereignisse, Nebencharaktere und Monster steuert.

Ein Rollenspiel stellt also eine Interaktion zwischen dem Spielleiter (und der von ihm gelenkten Spiel-Welt) und den Spielern (und den von ihnen gelenkten Charakteren innerhalb dieser Spiel-Welt) dar, deren Ziele das Erleben von spannenden Abenteuern innerhalb der Fantasie der Teilnehmer und die Entwicklung der Spielercharaktere sind.

Respekt jedem Laien, der diese Einleitung beim ersten Lesen komplett nachvollziehen konnte :winking:


Wie funktioniert ein Rollenspiel?

Kurz gesagt, gibt der Spielleiter eine Situation vor, auf die die Spieler dann innerhalb des Rahmens ihres Charakters reagieren.

Beispiel*:

SL: Nachdem Alongil über Stunden die düsteren Bibliotheken auf der Suche nach dem alten Lehrbuch seines Meisters durchstöbert hat, konnte er drei Bücher finden, die in Frage kommen würden.

Ein kleines dickes Buch in rotem Einband, dass recht gut erhalten scheint. Ein eher schmales großes Buch in dem einige Seiten bereits locker sind. Und ein von der Größe her unscheinbares Buch in einem zerfetzten grünen Einband.

Spieler des Charakters "Alongil", einem Magier: Alongil überlegt eine Weile, zaubert dann einen Lichtzauber für bessere Sicht auf seinen Stab, schlägt das Buch mit dem grünen Einband auf und blättert es durch, in der Hoffnung einen Autor oder eine Signierung zu finden, die auf seinen Lehrmeister hindeutet.

SL: Der Staub auf den Seiten bringt ihn einige Male zum Husten, aber es dauert nicht lange, bis er auf den ersten Seiten in geschwungenen Buchstaben den Namen seines Meisters entdeckt. Plötzlich hört er jedoch ein metallenes Scharren auf dem Boden in den Schatten weit hinter sich.

Spieler des Charakters "Gorkran", einem Barbar: Ohne zu zögern zieht Gorkran seine Kriegsaxt und späht in das Dunkel, ob er den Ursprung des Geräusches entdecken kann.

...



*geschrieben in der 3. Person, weil das die bekanntere Weise zu sein scheint. Alternativ kann auch die 1. Person von den Spielern und die 2. Person vom Spielleiter verwendet werden. Als Zeitformen werden in der Regel Gegenwart oder Vergangenheit verwendet.



Hier wird bereits deutlich, dass verschiedene Charaktere verschiedene Stärken und Schwächen haben und jeweils ihre ganz persönlichen Fähigkeiten und Eigenschaften zu einer erfolgreichen Abenteurergruppe beisteuern. So können Kämpfer mit ihren schweren Rüstungen und mächtigen Waffen leicht im Schlachtengetümmel bestehen, Magier verhängnisvolle und verwirrende Zauber wirken und Kleriker sogar gefallene Gefährten von den Toten auferstehen lassen. Je ausgeglichener eine Abenteurergruppe ist, umso leichter kann sie für gewöhnlich Herausforderungen überwinden.

Ein Abenteuer besteht häufig aus einer Aneinanderreihung von Rätseln, Begegnungen und Aufgaben, die es allesamt zu lösen gilt, um es zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen. Geheime Mechanismen, hinterhältige Fallen, gierige Informanten, argwöhnische Verfolger, schaurige Monster, vergessene Ruinen, bedrohliche Sümpfe, uralte Drachen und verräterische Gefährten sind nur eine kleine Auswahl von dem, was einem Charakter und seinem Spieler innerhalb einer Rollenspiel-Geschichte begegnen kann. Da sich alles innerhalb der eigenen Vorstellungskraft abspielt, kennt die Fantasie keine Grenzen.


IC und OOC

Bei einem Rollenspiel wird meist zwischen IC ("in-character" = ingame, innerhalb des Spiels) und OOC ("out of character" = außerhalb des Spiels; etwas, das außerhalb der Charakterrolle gesagt wird) unterschieden.

Für OOC-Beiträge gelten keine besonderen Regeln, außer die üblichen gegen Spam, Werbung usw.

IC-Beiträge sind genau das, was im obigen Beispiel gezeigt wurde. Diese Beiträge sind das Rollenspiel, hier sollte eine abenteuerliche Atmosphäre aufgebaut werden.

Achtet in diesen Beiträgen also bitte darauf, dass

... ihr Anglizismen möglichst vermeidet. Das sind Worte, die dem Englischen entlehnt und im modernen Sprachgebraucht weit verbreitet sind. Dazu zählen auch so einfache Worte wie "okay", "stop" und "hi". Meistens lassen sie sich einfach ersetzen, ohne dabei gestelzt und seltsam zu klingen ("in Ordnung", "halt", "hallo").

... ihr keine Smilies verwendet. Die Gedanken und Gefühle eurer Charaktere solltet ihr ausschließlich schriftlich ausdrücken, denn sie haben wohl kaum ein knallig gelbes Gesicht mit Dauergrinsen aufgesetzt :cheerful:

... ihr auf keinen Fall Videos oder andere externe Seiten verlinkt. Das ist wirklich unnötig und gehört in den Offtopicbereich hinein.

... ihr die Gedanken eurer Charaktere kursiv kennzeichnet und wörtliche Reden fett schreibt und in "Anführungszeichen" setzt, damit sie gut unterscheidbar bleiben (Achtung! Manche Spielleiter haben hier andere Vorlieben. Fragt also ggf. bitte nach, um Verwirrung zu vermeiden).

... ihr beim Thema bleibt. Fragen an andere Spieler und Spielleiter könnt ihr in separaten OOC-Threads oder über PNs stellen.



Problematiken

Spielerwissen vs. Charakterwissen

Das, was ein Spieler weiß, weiß nicht automatisch sein Charakter und das, was sein Charakter wissen kann, weiß nicht automatisch auch sein Spieler. Charaktere haben, wie reale Menschen auch, einen Wissenshorizont, der durch ihre Ausbildung, ihre bisherigen Erfahrungen und ihren Lebensweg beeinflusst wird. Kein Charakter einer mittelalterlichen Welt kann wissen, wie ein Radio funktioniert und genauso kann es einem modernen Spieler Schwierigkeiten bereiten, über die Schmiedekunst zu erzählen, selbst wenn sein Charakter der berühmteste Schmied des Landes ist.

Spielerwissen und Charakterwissen sollten daher unbedingt versucht werden, getrennt zu halten.


Würfeln

In einem Pen&Paper-Rollenspiel (sowas spielt man zu Hause an einem Tisch mit anderen Verrückten; diese Art von Rollenspiel basiert auf mündlichen Erzählungen) bestimmen oft Würfel und durch Regeln gegebene Werte über den Erfolg oder Misserfolg von bestimmten Charakterhandlungen.
In einem Forum allerdings kann man die Würfe anderer nicht sehen, weshalb sich das Problem der Manipulation stellt.

Einige Lösungsvorschläge findet ihr hier: [Text folgt]

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